FBE Kindergärten

Konzeption

Unser Bild vom Kind

Das Kind ist in unseren Augen von Anfang an ein eigenständiger Mensch mit einer unverwechselbaren, einmaligen Individualität. Wie es diese Individualität entfalten kann, hängt ganz besonders von den Einflüssen der Kindheit ab. Denn in den ersten sieben Lebensjahren wirken die äußeren Reize ungefiltert auf Körper, Geist und Seele des Kindes ein. Es ist von größter Bedeutung, welche Angebote dem Kind während dieser Zeit gemacht werden. Die Aufgabe der WaldorferzieherInnen ist es, ein möglichst förderliches Entwicklungsumfeld zu garantieren.

Wir bemühen uns stets, dem Kind Sinneseindrücke von höchster Qualität zu vermitteln. Für das gesunde Heranwachsen des Kindes steht aus unserer Sicht im Vordergrund, Reizüberflutungen und zu frühe Intellektualisierung zu vermeiden. Stattdessen bieten wir die Erzieher Vorbilder, an, an denen es sich orientieren kann; ebenso wie eine Halt bietenden Struktur aus verlässlichen Regeln und Abläufen – einen sich immer wiederholenden Rhythmus, der ihm Sicherheit und Geborgenheit gibt, sodass es schließlich seinen ganz persönlichen Rhythmus finden kann.

Waldorforientierung

Die zwei pädagogischen Säulen der Kita Ringelblume sind die Waldorfpädagogik und die Wald-/Naturpädagogik. Einige ausgewählte Aspekte der Waldorfpädagogik werden insbesondere in der Einrichtung sowie der Haltung der ErzieherInnen ausgelebt, während die Wald- und Naturpädagogik im natürlich gestalteten Garten sowie dem wöchentlich Ganztags-Waldausflug belebt werden.

Prinzip 1: Vorbild und Nachahmung

Die Rolle der ErzieherInnen ist es, dem Kind eine Umgebung zu bereiten, die all seinen Bedürfnissen entspricht. Dazu gehört für uns die bewusste Gestaltung der Räume, die Auswahl geeigneter Spielmaterialien sowie die Vorbildfunktion der Erzieher und die bewusste Gestaltung des Tagesablaufs. Die ErzieherInnen schaffen für die Kinder mittels einer liebevollen Konsequenz einen verlässlichen Rahmen. Durch sinnvolle praktische Tätigkeiten – wie Handwerken – regt der Erzieher das Kind zur Nachahmung an. Das Kind hat eine unendlich feine Wahrnehmung für seine Umgebung und ahmt diese unreflektiert nach. Daher bieten wir ihm durch ein bewusstes Vorbild die Möglichkeit, sich immer an seinen Entwicklungsstand angepasst, nach und nach in der komplexen Welt zurecht zu finden und auf die Aufgaben des späteren Lebens vorbereitet zu sein.

Prinzip 2: Rhythmus und Wiederholung

Um den Kindern Sicherheit durch einen verlässlichen Rahmen zu bieten, brauchen sie einen rhythmischen Tagesablauf in dem sich Phasen der Aktivität mit Phasen der Ruhe abwechseln.

Im Kindergarten zeigen sich solche Rhythmen in der wiederkehrenden Zeitgestalt des Tages. Auf Zeiten, in denen die Kinder in anregender Spielumgebung ihren eigenen Spielimpulsen nachgehen, folgen solche, in denen die Erzieherin das Geschehen gestaltet und führt (Reigen, Weihnachtsspiel, Tänze). Konzentration und Entspannung, Wachen und Ausruhen, Betrachten und Tun wechseln sich ab. Zusätzlich sind auch die einzelnen Angebote im Tageslauf rhythmisierend. Künstlerische Tätigkeiten (malen, singen, plastizieren ) regen den Atem an, Seilspringen und „Hampelmann“, der Rhythmus in Versen, Reigen und Eurythmie.

Die Woche erhält ihre Form dadurch, dass bestimmten Wochentagen bestimmte Aktivitäten vorbehalten sind, wie das Aquarellieren am Freitag.  Hier hilft der Rhythmus sich zur jeweiligen Zeit auf ein Angebot einzulassen, und zu anderer Zeit nicht darüber nachdenken zu müssen (Rhythmus ersetzt hier Kraft).

Der Monatsrhythmus erweist sich als der Rhythmus der Gewohnheitsbildung und Stabilisierung. Es braucht mindestens vier Wochen, bis eine neue Gewohnheit sitzt. Daher sind Gebete, Reigen, Verse, Lieder, Tänze, Geschichten, Märchen, Puppenspiele… über vier Wochen gleich.

Der Jahresrhythmus ist für die Kinder ganz deutlich an den Geburtstagen, Jahresfesten (Fasching) und christlichen Festen, zu erkennen. Aber auch die sich, in abgewandelter Form, wiederholenden Tätigkeiten, (säen – immer Ostern) geben den Kindern Orientierung, Erwartung und Vorfreude.

Prinzip 3: Das Freispiel

Besonderen Wert legen wir auf die Gestaltung des freien Spiels, um den Phantasiekräften des Kindes Raum zu geben. So gibt es jeden Tag zwei Freispielphasen – eine in den Räumen des Kindergartens und eine im Freien.

Die Fähigkeit zu spielen ist eines der wichtigsten Merkmale der geistigen Gesundheit. Während des Freispiels folgt das Kind seinen eigenen Spielimpulsen. Es bestimmt damit sein Lernen selbst und kann seine eigene Persönlichkeit voll zum Ausdruck bringen. Das Freispiel erfüllt das Kind mit Freude, erweitert seine Wahrnehmung, ermöglicht ihm immer neue Entdeckungen zu machen, regt es zu immer neuen Forschungen an und hilft dem Kind eine Beziehung zur Umwelt aufzubauen. Die Aufgabe der Erzieher ist es, die Entfaltung des Spiels zu unterstützen, dabei die kindliche Entwicklung bewusst zu begleiten und zu fördern. Unterstützt wird das Spiel durch die Begleitung und die Beobachtung des Erziehers. Meist genügen wenige Worte des Erziehers zur Anregung und Weiterführung des Spiels.

Das Kind soll dadurch, dass es seinen eigenen Spielimpulsen folgt, sein Lernen selbst bestimmen und die eigene Individualität voll entfalten können. Ein entfaltetes Spiel trägt dazu bei, dass das Kind ruhiger, zufriedener und glücklicher wird und durch die schöpferische Initiative seinen Körper und Geist in gesunder Weise aufbaut.

Während der Freispielphase im Raum finden parallel Tätigkeiten wie z.B. Frühstückszubereitung, Basteln, Zeichnen mit Wachs-Blöckchen, -Stiften und Malen mit Aquarellfarben statt. Diese Angebote können selbstverständlich von den Kindern frei gewählt werden, um dem Konzept des Freispiels nicht zu widersprechen! Wichtig hierbei zu bemerken ist, dass diese Tätigkeiten auch dann auf die Kinder wirken, wenn sie selbst nicht daran beteiligt sind; z.B. kommt es so häufig dazu, dass von den Kindern die beobachteten Tätigkeiten im eigenen Spiel aufgegriffen werden.

Natur- und Waldpädagogik

Nur was wir lieben können wir schützen. Die Schönheiten der Natur entdecken die Kinder wöchentlich beim Ausflug in den Wald sowie täglich in unserem naturnah gestalteten Garten.

Vollgepackt mit Werkzeug (Sägen, Handbohrer, Raspeln, Spaten), Bestimmungsbüchern, Seilen, Ferngläsern, Lupen uvm. verbringen Erzieher und Kinder (ab 3-3,5 J.) wöchentlich und zu jeder Jahreszeit den gesamten Tag im Tegeler Forst. Dies fördert die Gesundheit, schärft die Sinne der Kinder und gibt Ihnen vor allem einen intensiven Zugang zur Natur.

Jahreszeiten und Jahresfeste

Das Jahr hat durch den Wechsel der Jahreszeiten und die damit verbundenen Vorgänge in der Natur einen eigenen festen Rhythmus. Diesen Rhythmus können die Kinder besonders gut miterleben, wenn er durch Feste und wiederkehrende Rituale begleitet wird. Das Feiern der Jahresfeste, die hauptsächlich an den christlichen Festen orientiert sind, gibt den Kindern Sicherheit, Geborgenheit und seelische Kraft.

In unserem Kindergarten werden das Dreikönigsfest, Fasching, Ostern, Pfingsten, Johanni, Michaeli, das Erntedankfest, Sankt Martin, die Adventszeit und Weihnachten gefeiert. Jedes Fest wird gemeinsam vorbereitet und hat seine ganz eigene Stimmung, die sich in der Gestaltung des Raumes, dem täglichen Reigen und den Geschichten und natürlich auch in den praktischen Tätigkeiten bei der Vorbereitung der Feste wiederspiegelt.

Neben den christlich orientierten Festen gibt es bei uns auch ein Frühlings- und ein Drachenfest, bei welchen Kinder und Eltern gemeinsam unmittelbar die Jahreszeiten erleben.

Nahrung für Körper, Geist und Seele

In den ersten sieben Jahren ist das Kind noch ganz damit beschäftigt, die Welt und sich selbst kennenzulernen. Es ist die Phase des größten körperlichen Wachstums. Für dieses Wachstum und die Reifung seiner Organe braucht das Kind viele Lebenskräfte. Diese Kräfte regenerieren sich in einem rhythmischen Tagesablauf, in dem feste Tageszeiten für das Essen eine gewisse gleichbleibende Struktur vermitteln. Die Ernährung der Kinder stellt Weichen für das ganze Leben und schafft Grundlagen für die körperliche und seelisch-geistige  Entwicklung. 

Besonders Produkte aus biologisch-dynamischer Landwirtschaft fördern unser Bewusstsein von der  Entstehung der Nahrungsmittel und leisten neben der Erhöhung des Wohlbefinden auch einen Beitrag zur Achtung der Erde. Wir bieten gesunde, d.h. vollwertig-biologische Lebensmittel an, die aus kontrolliert biologischem Anbau abstammen, bevorzugt in Demeter-Qualität.

  • Zum Frühstück eine Getreidemahlzeit
  • Zum Mittagessen ein vegetarisches Menü
  • Nachmittags rohes Obst und Gemüse der Saison und aus der Region

Räume und Ausstattung

Bei der Gestaltung der Räumlichkeiten handeln wir nach dem Leitbild Loris Malaguzzis „Der Raum ist der dritte Erzieher“. Ästhetik und Atmosphäre, spiegeln sich im Verhalten der Kinder wieder.

Deshalb arbeiten wir ausschließlich mit natürlichen Materialien: Unsere Böden bestehen aus öko-zertifizierten Korkböden, welche in Kombination mit Wollteppichen und Lammfellen Wohlbefinden auslösen. Die Wände sind von den Eltern mit Honig-Farb-Tinkturen lasiert und alle Möbel in Tischlereien aus der Region handgefertigt.

Um Erziehern und Kindern gerecht zu werden, beschäftigt die FBE gGmbH einen eigenen Tischlermeister, der regelmäßig und stetig die Räume den Bedürfnissen entsprechend weiter ausbaut und umgestaltet.

Da „Weniger“ oft „Mehr“ ist das Spielmaterial der Kinder auf folgende Materialien und Gelegenheiten begrenzt:

- Kinderregal mit Bilderbüchern
- Baubereich mit Holzeisenbahn und Kapplasteinen
- Rollenspielbereich mit Kinderküchenzeile, Küchenbedarf und Strickobst und Gemüse sowie Rollenspielkleidung
- Bewegungselemente nach Pikler (U3) und Hengstenberg (Ü3)
Kuschel- & Snoozelbereich aus Fellen und Stricktieren.

Übergänge (Eingewöhnung, Vorschularbeit)

Eingewöhnung bei Kindern unter 3 Jahren

Bei Kindern, die in die U3-Gruppe aufgenommen werden, wenden wir das „Berliner Eingewöhnungsmodell“ an. Hier ist es sehr wichtig, dass die Eltern genügend Zeit für die Eingewöhnung mitbringen, denn Eingewöhnung heißt: Vertrauen langsam aufbauen!

Während der Eingewöhnungszeit baut das Kind eine bindungsähnliche Beziehung zu seiner Erzieherin auf. Das grundlegende Ziel der Eingewöhnung besteht darin, während der Anwesenheit der Bezugsperson eine tragfähige Beziehung zwischen Fachkraft und Kind aufzubauen. Diese Beziehung soll bindungsähnliche Eigenschaften haben und dem Kind Sicherheit bieten. Das Gefühl der Sicherheit durch eine gute Beziehung zur Fachkraft ist die Grundlage für gelingende Bildungsprozesse in der Kita und einen gesunden Start des Kindes in seinen neuen Lebensabschnitt. Darüber hinaus soll das Kind selbstverständlich die Einrichtung mit all ihren Abläufen, Regeln, Ritualen aber auch ihren Menschen und Räumen in aller Ruhe kennen lernen bietet die Eingewöhnungszeit eine besondere Form des Einblicks in die Kita, der eine gute Grundlage für die folgende Erziehungs-und Bildungspartnerschaft legt.

Die Erzieherinnen entscheiden wann die Eingewöhnungszeit beendet ist (erfahrungsgemäße Dauer: 3 bis 9 Wochen).

Eingewöhnung bei älteren Kindern

Ältere Kinder haben in der Regel schon Erfahrungen in einem anderen Kindergarten gemacht. Hier verlassen wir uns auf die Aussagen der Eltern. Der erste Kindergartentag sollte aber immer in Begleitung eines Elternteils sein.
Wenn dies der erste Besuch in einem Kindergarten ist, legen auch hier wir das „Berliner Eingewöhnungsmodell“ zu Grunde und entscheiden über das Ende der Eingewöhnungszeit (erfahrungsgemäße Dauer: 2 Tage bis 3 Wochen). 
 

Vorschularbeit

Das letzte Kindergartenjahr ist für die angehenden Schulkinder ein ganz besonderes Jahr. Es bewegt sich frei in seiner Umgebung und ist vertraut mit dem Ablauf und den Ritualen im Kindergartenalltag und freut sich auf neue Herausforderungen.

Sie sind die „Helfer“ bei den jüngeren (soziale Kompetenz) und übernehmen Aufgaben/Pflichten, wie z.B. das decken des Frühstücktisches, waschen ab (Sinnespflege, Grob- und Feinmotorik), stellen den Stuhlkreis und übernehmen Botengänge.

Und mit großer Aufregung fiebern sie ihrer „Werkstattarbeit“ entgegen, dies sind Handwerklich- künstlerische Arbeiten. In unserer Werkstatt im Garten, wird an der Werkbank gesägt, geraspelt, gefeilt, gebohrt, gehämmert und zum guten Schluss geölt. In zwei Projekten werden Schwerter und Schiffe gebaut, welche am See zu Wasser gelassen werden.

Doch auch die Fertigkeit des filzen, sticken und weben wird nicht außer Acht gelassen und benötigt einiges an Geduld und Aufmerksamkeit von den Kindern.

Als weiteres „Highlight“ gibt es einige Ausflüge, die die Königskinder ohne die übrigen Kinder unternehmen. So besuchen sie unter anderem bei Ausflügen Getreidefelder, eine Mühle und eine Brotbäckerei um den langen Weg vom Getreide zum Brot zu erleben.

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